innrail Unternehmergesellschaft

 

Ministerium genehmigt Stilllegung der Wasserburger Altstadtstrecke 13.03.2016

Mit Schreiben vom 12.02.2016 hat das für private Eisenbahnen zuständige bayerische Innenministerium nicht überraschend den Antrag der Stadt Wasserburg auf Stilllegung des von Reitmehring ins Zentrum der Altstadt führenden vier Kilometer langen Endstücks der Bahnlinie Wasserburg – Ebersberg genehmigt. Der Fraktionsvorsitzende der Grünen im Rosenheimer Kreistag und Wasserburger Stadtrat Christian Stadler betonte auf Nachfrage, dies sei eine politische Entscheidung des Ministeriums, die man nicht anders habe erwarten können. Damit dürfte sich der grüne Stadtrat auf die ständigen Interventionen eines ortsansässigen internationalen Lebensmittelkonzerns bei Politikern und Behörden beziehen, die Altstadtstrecke endgültig zu beseitigen, um die auf der Gleistrasse bereits durchgeführten Rückbaumaßnahmen endgültig zu machen und die Trasse zwischen den beiden Werksteilen komplett überbauen zu können. Der Aufsichtsratsvorsitzende des genannten Konzerns hatte in der Vergangenheit mehrfach Gelegenheit, u.a. bei einem Empfang für die Stadträte in seiner Konzernzentrale und auch in einer Stadtratssitzung seinen Beseitigungswunsch für die Trasse bei den kommunalen Mandatsträgern persönlich vorzutragen. Unter anderem diese eklatante Bevorzugung gegenüber „normal - sterblichen“ Mitbürgern mit Sorgen in Bauangelegenheiten hatte den Vorsitzenden von „Pro Bahn“ Oberbayern Norbert Moy vor einigen Jahren zu der süffisanten Bemerkung veranlasst, in Wasserburg gebe es „italienische Verhältnisse“, was von Seiten der Stadt natürlich empört zurückgewiesen worden war.
Als Reaktion auf die mutmaßlich dem Einfluss des genannten Konzerns auf Politiker und Mandatsträger geschuldete Entscheidung des Innenministeriums hat das an der Übernahme der Strecke interessierte Betreiberkonsortium aus Bayern Bahn GmbH, Rhein – Sieg – Eisenbahn GmbH, Innrail UG und ProBahn Oberbayern e. V unverzüglich beim Bayerischen Verwaltungsgericht München Klage gegen den Stilllegungsbescheid eingelegt. Vertreten in den anstehenden Verwaltungsgerichtsverfahren über im Extremfall drei Instanzen wird das Konsortium von Prof. Dr. Urs Kramer von der Universität Passau, einem Spezialisten für das deutsche Eisenbahnrecht. Wegen der durch die zahlreichen Asylverfahren völligen überlasteten Verwaltungsgerichtsbarkeit rechnet man mit einer Gesamtverfahrensdauer von bis zu sieben Jahren, bis das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig eine endgültige Entscheidung über die Rechtsunwirksamkeit des Stilllegungsbescheids treffen wird. Damit wäre aber immer noch keine sofortige Reaktivierung der Strecke verbunden, sondern die Stadt könnte dann erneut entscheiden, ob sie die Infrastruktur selbst reaktivieren will oder nochmals in sicher wieder mehrjährige Verhandlungen mit dem übernahmewilligen Betreiberkonsortium einsteigen will, um Übernahmekonditionen zu dann hoffentlich „üblichen Bedingungen“ zu vereinbaren, wie es das Allgemeine Eisenbahngesetz von ihr verlangt. Genau deren Fehlen moniert das Bieterkonsortium nämlich jetzt, nachdem die Stadt Wasserburg nach der Nichtannahme ihres Vertragsangebotes die Verhandlungen für gescheitert erklärt hat. Dabei hatte die Stadt Wasserburg in ihrem Angebot nur unzureichend berücksichtigt, dass sie den Unterhalt der Strecke viele Jahre unterlassen und damit einen erheblichen „Investitionsstau“ verursacht hat. Durch die jetzt schon zu beobachtende weitere Verschlechterung des Zustands der bestehenden Trasse und die zügig steigenden Baupreise rechnet das Betreiberkonsortium bis dahin mit Mehrkosten bei einer Reaktivierung von ca. 1,4 Millionen Euro für den Infrastrukturbetreiber und zusätzlich ca. zwei Millionen Euro für die beiden Anlieger, die die Strecke bereits teilweise überbaut haben. Vor allem die auf 800 Meter überschütteten Gleise als “Notzufahrt“ zum Innkraftwerk wären dann sicher nicht mehr nutzbar, sondern müssten durch einen kompletten Neubau auf Kosten des Kraftwerksbetreibers ersetzt werden.

Das Konsortium bedauert sehr, dass die Verhandlungen nie ergebnisoffen geführt wurden, sondern stets erkennbar war, durch immer neue Hürden und unzumutbare Vertragsbedingungen einen zukunftsorientierten und bequemen Nahverkehr für die  Bürger Wasserburgs zu verhindern. Im Gespräch mit den OVB Heimatzeitungen hatte die SPD Fraktion im Rosenheimer Kreistag im Januar eine Fortschreibung des Nahverkehrsplans des Landkreises gefordert. "Es dürfe nicht nur bei einer Auflistung des Ist-Zustandes bleiben, sondern man brauche Visionen für die Zukunft", so Wasserburgs Bürgermeister Kölbl laut OVB. Auch die Gemeinden seien gefordert. Die Vision für Wasserburg besteht aber offenbar in einer Busverbindung, die die Anreise von größeren Reisegruppen mit öffentlichen Verkehrsmitteln in die Altstadt von vornherein unmöglich macht.
 

Übernahmeverhandlungen Stadtbahn Wasserburg gescheitert       11.11.2015

Nach mehreren Jahren Verhandlungen hat die Stadt Wasserburg nun die Gespräche über eine Übernahme der Bahnstrecke von Reitmehring in das Zentrum der Altstadt für gescheitert erklärt und die Beantragung der Stilllegung angekündigt. Die Stadt hatte die vier Kilometer lange Strecke 2004 von der DB Netz AG übernommen, um sich die Option für einen durchgehenden Bahnverkehr vom Zentrum der Altstadt bis zum Münchener Hauptbahnhof offen zu halten. In der Ausschreibung zur Übernahme der Strecke hatte die DB Netz AG die Kosten für die Wiederherstellung der Befahrbarkeit der 1987 durch einen Dammrutsch unterbrochenen Strecke mit 1,1 Millionen errechnet, ein eigenes Gutachten der Stadt bezifferte die Kosten dafür mit ca. 11 Millionen Euro, also den zehnfachen Betrag. Daraufhin hatte der Stadtrat 2011 beschlossen, die Strecke stillzulegen und einen Teil der frei werdenden Flächen einem international agierenden Lebensmittelkonzern zur Betriebserweiterung anzubieten. Der Fahrgastverband „Pro Bahn“ sah diese Entscheidung im Hinblick auf die Verkehrsbedürfnisse kommender Generationen als kurzsichtig an und gewann mehrere Partner, um gemeinsam die Strecke von der Stadt zu übernehmen und zu reaktivieren. Dieses Konsortium, bestehend aus der Bayernbahn GmbH in Nördlingen, der RSE GmbH in Bonn, der Innrail UG aus Nußdorf sowie Pro Bahn selbst, eruierte die Wiederherstellungskosten aus Kostenschätzungen örtlicher Firmen für die einzelnen Gewerke nun selbst und kam auf einen Kostenanteil des Bahnbetreibers von 1,5 Millionen Euro zuzüglich der Kosten von Anliegern, die die Strecke bereits teilweise rückgebaut und für eigene bahnfremde Zwecke verwendet haben.
Aus diesen eindeutig hinterlegten Zahlen und glaubhaft korrigierten Fahrgastzahlen errechnete das Konsortium einen volkswirtschaftlichen Nutzfaktor von deutlich über 2, während das eigene Gutachten der Stadt diesen noch mit ca. 0,3 beziffert hatte. Eine Ursache für diese Differenz dürfte auch dadurch zu erklären sein, dass die Stadt die besagten Anlieger für die bereits verursachten Rückbauschäden offensichtlich nicht heranziehen wollte, sondern diese als Bahnbetreiber selbst übernommen hätte.
Um die Stadt finanziell zu entlasten, bot das Konsortium die Übernahme der Strecke gegen eine Kostenbeteiligung an der Reaktivierung für 1,5 Millionen Euro an. Diese Summe wurde vom Konsortium auch damit begründet, dass das Gutachten der Stadt die Unterhaltungskosten der vier km langen Strecke mit jährlich 140 000 € beziffert und die Stadt durch den elfjährigen „Nichtbetrieb“ allein dadurch diese Summe eingespart habe. Die Stadt Wasserburg wollte nun in einem „Gegenangebot“ von den selbst errechneten jährlichen Unterhaltskosten nichts mehr wissen und berief sich auf die vom Konsortium genannten jährlichen Unterhaltskosten von 40 000€, also einer Gesamtsumme von 440 000 €. Die Übernahme der Differenz von über einer Millionen Euro aus eigenen Mitteln war für das Konsortium unzumutbar, zumal die Stadt bisher keinerlei Initiative entwickelt hat, um durch Bestellung von öffentlichem Nahverkehr auf der Strecke die Einnahmebasis dauerhaft zu sichern.
Auf Grund der eindeutig geklärten Rechtslage mit der Verpflichtung eines Eisenbahninfrastrukturunternehmens zur Betriebsaufnahme (siehe Bahn Report 6/15 S. 14) sieht das Konsortium nun keinen Anlass mehr, bei der Stadt die Übernahme sozusagen zu „erbetteln“, zumal bereits erhebliche Vorleistungen zur Erstellung belastbarer Kostenschätzungen erbracht wurden. Die Bayernbahn hat beim Infrastrukturunternehmen der Stadt Wasserburg bereits Trassenbestellungen für die kommenden Jahre abgegeben im Vertrauen darauf, dass die Stadt höchstrichterliche Vorgaben nicht länger ignorieren und die Strecke selbst in einen betriebsfähigen Zustand versetzen wird.

Wiedereröffnung Ladestraße Gangkofen 

Nach dem Kauf des Bahnhofsgeländes in Gangkofen durch die Gemeinde kann nun die Ladestraße am früheren Bahnhof demnächst wieder eröffnet werden. Das lange brachliegende Gelände am Nebengleis mit mehreren tausend Quadratmetern wird demnächst von den Mitarbeitern der Firma Innrail gerodet und für LKW befahrbar gemacht. Es besteht dann die Möglichkeit, direkt vom LKW auf die Bahn zu verladen oder auch die Fläche zu Zwischenlagerung zu nutzen. Gangkofen liegt verkehrsgünstig an der B 388 von München nach Passau und der B 299 von Traunstein in den nordbayerischen Raum. Das Nebengleis mit ca. 200 m  ist derzeit nur von einer Seite an das Hauptgleis angebunden. Bedienfahrten können von DB Schenker im Rahmen des täglichen Müllverkehrs nach Marklkofen durchgeführt werden. Für eventuellen Umschlag von Schüttgütern stehen ein Zweiwegebagger, ein Baggerlader und ein Traktorlader zur Verfügung. Bei Interesse am Umschlag Straße – Schiene in der Mitte des südostbayerischen Raums steht die Innrail Geschäftsführung gerne koordinierend zur Seite.

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Stadtbahn Wasserburg (1.7.2014)

In einem gemeinsamen Konsortium mit der Bayernbahn GmbH in Nördlingen, der RSE in Bonn und dem Fahrgastverband Pro Bahn bemüht sich die Innrail UG um eine gemeinsame Übernahme und Reaktivierung der vier Kilometer langen Stadtbahnstrecke von Reitmehring nach Wasserburg.  Dazu wurde ein ausführliches Konzept mit rechtlichen Grundlagen, Ausführungsphasen und Baukostenaufstellungen erarbeitet. Dieses Konzept wurde am 26. Mai 2014 einem Ausschuss aus Bürgermeister, Stadtverwaltung und Stadtratsmitgliedern im Wasserburger Rathaus vorgestellt. Um gesicherte Grundlagen zu erarbeiten wurden schon diverse Ortstermine mit an der Bauausführung interessierten Firmen an den verschiedenen Baustellen der nicht nur landschaftlich interessanten Strecke wahrgenommen. Im Konzept und in den persönlichen Gesprächen wurde darauf hingewiesen, dass die Reaktivierung der Stadtbahn mit zwei Zielen erfolgen soll: Zum einen wertet eine bequeme, umsteigefreie Nahverkehrsverbindung nach München und auch nach Rosenheim die Bedeutung der Stadt Wasserburg erheblich auf, zum anderen füllt die Altstadtrecke eine Lücke im touristischen Sonder- und Ausflugsverkehr. Nach dem Rückbau der Bahnanlagen in früher bedeutenden Ausflugszielen für Sonderzüge wie Oberammergau, Waging, Aschau oder Rupolding könnte Wasserburg eine einmalige Stellung als Ausflugsziel mit historischen oder modernen Sonderzügen im gesamten südbayerischen Raum einnehmen.Wir hoffen auf eine baldige einvernehmliche Einigung über die Reaktivierung mit der Stadt Wasserburg.  Die Innrail UG als örtlicher Vertreter des Betreiberkonsortiums ist gerne bereit, schon vorab mit interessierten Firmen oder Privatpersonen über Formen der Zusammenarbeit bei den vorgesehenen Reaktivierungsmaßnahmen Gespräche zu führen, um bei einem Vertragsabschluss ohne zeitlichen Verzug mit den Bauarbeiten beginnen zu können. Ebenso stehen wir gerne politischen Entscheidungsträgern und gewerblichen oder privaten Anliegern für Informationen oder Rückfragen zur Verfügung. Kontaktversuche zur beidseits der Bahnstrecke angesiedelten Firma Meggle zum gegenseitigen Interessensausgleich wurden von deren Geschäftsführung brüsk zurückgewiesen. So konnten auch unsere schon angedachten und vorkalkulierten Alternativpläne zur Tieferlegung der Bahnstrecke zwischen den beiden Werksteilen und zur Verwendung des dabei gewonnenen Aushubmaterials zur Wiederaufschüttung des unterhalb weggeschwemmten Bahndamms nicht vorgestellt werden.   


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Strecke Neumarkt St. Veit - Marklkofen

Zum 1.Juli 2010 wurde von der RSE die Eisenbahninfrastruktur zwischen Neumarkt St. Veit und Marklkofen übernommen, von der Eisenbahnaufsichtsbehörde wurde eine Betriebsgenehmigung bis zum 31. Juni 2060 erteilt. Um den sicheren Eisenbahnbetrieb in diesem Zeitraum zu gewährleisten und die nicht unerheblichen Instandhaltungsrückstände vor allem im Bereich Vegetation abzuarbeiten, wurde von den innrail-Mitarbeitern im Fachbereich Infrastruktur unverzüglich mit den Instandhaltungsarbeiten begonnen. Eine große Hilfe dabei ist der von innrail betreute Zweiwege-Unimog mit Gilbers Mähgerät, der in mehrmonatiger Arbeit von der Firma Wagner in Dingbuch vom Zugfahrzeug zum Zweiwegefahrzeug zur Infrastrukturbetreuung umgerüstet wurde. Neben Mäh- und Mulcharbeiten können damit Oberbaustoffe direkt vom Hersteller über Straße und Schiene zu Eisenbahnbaustellen transportiert werden.

Interessenten im Bereich der Strecke können bei den Vegetationsarbeiten mitarbeiten und dadurch höchst preisgünstig ihre Brennholzvorräte auffüllen.