innrail Unternehmergesellschaft

 

 

Wenig Hoffnung für die Strecke nach Marklkofen

Nach der doch überraschenden Sperrung der Strecke von Neumarkt St. Veit nach Marklkofen durch den Infrastrukturbetreiber RSE zum Oktober vergangenen Jahres fand auf Einladung der Gemeinde Marklkofen am 1. Dezember 2017 ein „runder Tisch“ im dortigen Rathaus statt, um die Möglichkeiten zum Erhalt dieser ehemaligen altbayerischen Hauptbahn auszuloten. Obwohl das Gremium mit zwei Abgeordneten, vier Landräten, mehreren Bürgermeistern und Vertretern diverser am Streckenerhalt interessierter Firmen doch einigermaßen hoch karätig besetzt war, konnten weder ein gangbarer Weg noch überhaupt ein übereinstimmendes Interesse am Erhalt dieser Strecke gefunden werden. Einig waren sich die die Vertreter der Kreise und Kommunen nur darin, dass es keine kommunale Aufgabe sei, Eisenbahnen zu unterhalten oder auch nur finanziell zu unterstützen. Auf das Argument, dass die RSE Strecke von Schierling nach Langqwaid auch von den dortigen Kommunen unterhalten würde und diese sogar kurzfristig Mittel für die Behebung der von der Eisenbahnaufsicht bemängelten Schäden unter Inanspruchnahme stattlicher Fördergelder zur Verfügung gestellt hätten, kam der Einwand, dass dies womöglich rechtlich gar nicht zulässig sei. Der Dingolfinger Landrat Trapp betonte, nun sei die Möglichkeit gekommen, hier den schon längst von ihm favorisierten Radweg auf der Trasse umzusetzen. Die vorher beschworenen knappen Finanzmittel der öffentlichen Hand waren bei diesem Millionenprojekt nun plötzlich kein Thema mehr. Seine schon von der Reaktivierung der Ilztalbahn bekannte eisenbahnfeindliche Haltung brachte der ehemalige CSU Vorsitzende MdL Erwin Huber zum Ausdruck, indem er betonte, der Staat solle kein Geld in solche unwichtigen Strecken verschwenden, sondern sich lieber auf hochbelastete DB Strecken wie von Landshut nach Mühldorf konzentrieren. Der Unterschied zwischen den staatlichen LuF – Mitteln für den DB Konzern und den seit Jahren zur Verfügung stehenden, aber nicht abgerufenen Fördermitteln für von privaten Eisenbahnunternehmen betriebenen Güterverkehrsstrecken kannte MdL Huber offenbar nicht. Den Vogel in der Argumentation schoss der Altöttinger Landrat Schneider ab. Während der Vertreter des Abfallzweckverbandes Südostoberbayern noch betonte, sobald hier wieder Züge fahren könnten, würden die täglichen Müllverkehre wieder per Bahn abgewickelt, denn dies sei in den Verträgen für das Müllheizkraftwerk Burgkirchen verbindlich so festgelegt, relativierte ihn der Landrat als Vorsitzender des Müllzweckverbandes sofort wieder, indem er betonte, womöglich bekomme der LKW den Vorzug, wenn er billiger sei. Alles andere könne der Rechnungshof beanstanden. Einigkeit bestand bei allen Beteiligten nur darin, dass es ein Unding sei, dass die RSE als Infrastrukturunternehmen jahrelang hundertertausende Euro an Trasseneinnahmen und BÜ Fördergeldern aus der Strecke gezogen hätte ohne auch nur einen nennenswerten Teil davon in größere Instandhaltungsmaßnahmen zu reinvestieren.
Als Fazit der Versammlung kann festgestellt werden, dass mit Herzblut für den Erhalt der Strecke nur der Mühldorfer SPD Abgeordnete Günther Knoblauch und der Marklkofener Bürgermeister Peter Eisgruber - Rauscher kämpfen. Beide betonten, dass der Vorrang für einen umweltverträglichen Transport über die Schiene nicht nur ein reines Lippenbekenntnis sein dürfe, sondern auch mit praktischen Taten hinterlegt werden müsse.
Inzwischen prüft eine private Investorengruppe den Kauf und die Reaktivierung der Strecke. Die darin involvierten Unternehmer wollen neben dem Zugverkehr die Böschungen und Randflächen der Strecke für die Aufstellung von Solarpanelen nutzen, weil die dafür geeigneten Flächen immer knapper werden. Ob auf Grund der doch erheblichen Instandhaltungsrückstände ein wirtschaftlich tragfähiges Konzept entwickelt werden kann, wird derzeit noch ermittelt. Wenn diese Prüfung erfolgreich sein sollte, hat sich die Bayernbahn bereit erklärt, als Dienstleister die EIU Verantwortung zu übernehmen.
Wegen dieser unsicheren Zukunftsperspektiven will sich die Innrail UG nicht weiter am Unterhalt dieser Strecke beteiligen.

Deshalb stehen unsere Fahrzeuge und Betriebsmittel zum Verkauf:

Wohn- / Werkstattwagen B3y , mit Stockbetten, Küchenzeile und Aufenthaltsraum eingerichtet, Holzofen im Werkstattbereich, mit Maschinen und Ersatzteilen, Standort Kiefersfelden, Fotos auf Anfrage, Preisvorschlag 3500,00€, Abgabe sofort

SKl 53, letzte HU 2013, Ladefläche mit neuen Eichenbohlen, Standort Gangkofen, Abgabe sofort, Preisvorstellung 10000€

Kla 51, letzte HU 2013, Ladefläche mit neuen Eichenbohlen, Standort Gangkofen, Abgabe sofort, Preisvorstellung 3500,00€

Zweiwegebagger Case 788-PR, Baujahr 2000, ca. 8000 Std., HU abgelaufen, kann aber von uns noch durchgeführt werden, technisch hochwertiger Bagger mit einfacher Unterhaltung ohne Luftbauteile, Preisvorstellung 19000€
ZW Unimog mit Gilbers Mulchgerät und Kipperbrücke, HU nach EBO neu, Wagonbremsanlage vorhanden, aber derzeit ausgebaut, Standort Halfing, Preisvorstellung 12000€

Nähere Auskünfte und Fotos sowie Besichtigungstermine bei der Geschäftsführung

 

Etappensieg für Wasserburger Altstadtbahn

 Verwaltungsgerichtshof Bayern lässt die Berufung zu

 Einen kleinen Erfolg auf dem Weg zur Wiederherstellung der Wasserburger Altstadtbahn vermeldet der Fahrgastverband PRO BAHN: Der Verwaltungsgerichtshof Bayern hat die Berufung des Konsortiums "Wasserburger Altstadtbahn" zugelassen, nachdem das Verwaltungsgericht München vor gut einem Jahr die Klage gegen den Stilllegungsbescheid des Freistaats Bayern für nicht zulässig erklärt hatte. Ursache für diese Zurückweisung der Klage war die geänderte Rolle der RSE im Bieterkonsortium gewesen. Nach dem Wechsel in der Geschäftsführung der RSE vor vier Jahren hatte diese Firma einen Strategiewechsel in der Geschäftsausrichtung durchgeführt und in Sachen Wasserburger Altstadtbahn sozusagen nur noch als "stiller Beteiligter" mitgewirkt, nicht zuletzt auch wegen der großen Entfernung für alle möglichen Termine in Bayern. Die Frage, wie weit sich eine BGB Gesellschaft in einem langjährigen Verfahren umorganisieren und neuen Erfordernissen anpassen darf, war in der ersten Instanz der Hauptstreitpunkt im umfangreichen Schriftwechsel und in der mündlichen Verhandlung vor dem Verwaltungsgericht gewesen. "Wir sehen damit unsere Rechtsauffassung bestätigt," erklärt dazu Norbert Moy, oberbayerischer Vorsitzender von PRO BAHN und ergänzt: "Viel lieber wäre es uns aber, wenn sich das Gericht nicht mit Fragen der Zulässigkeit unserer Klage aufhalten würde, sondern zur Sache selbst verhandeln würde."
Der Fahrgastverband hatte wiederholt kritisiert, dass die Stadt den Stilllegungsantrag aufgrund einer falschen Nutzen-Kosten-Berechnung gestellt und damit die Wiederaufnahme des Zugverkehrs blockiert hat. Anstelle des im vom Stadtrat in Auftrag gegebenen Gutachtens hatten die Fachleute von PRO Bahn völlig nachvollziehbar und unstreitig schlüssig den Kosten – Nutzen Faktor für die Reaktivierung mit 2,0 ermittelt, während die Gutachter der Stadt auf Grund völlig falscher Parameter einen Nutzfaktor von 0,3 errechnet und damit dem Stadtrat die gewünschte Steilvorlage für den längst geforderten Verkauf von Teilen der Bahntrasse an den international agierenden Meggle Konzern geliefert hatten. Die verkehrliche Entwicklung im Großraum München und die jüngst publik gewordenen Pläne, den Filzenexpress zur 
elektrifizierten S-Bahn auszubauen, haben dem damaligen Gutachten der Stadt mittlerweile alle Grundlagen entzogen.
So ergibt sich die skurrile Situation, dass der Freistaat eine S-Bahn über die Dörfer bis Reitmehring baut, gleichzeitig aber die letzten vier Kilometer in die Stadt stilllegen will.
Das Konsortium "Wasserburger Altstadtbahn GbR", bestehend aus den Firmen
 BayernBahn GmbH, Rhein-Sieg-Eisenbahn GmbH, Innrail UG und dem Fahrgastverband PRO BAHN, hatte mit der Stadt Wasserburg über die Übernahme der Bahnstrecke verhandelt. Da die Stadt nicht gewillt war, dem neuen Betreiber die unterlassene Instandhaltung auszugleichen, erklärte sie die Verhandlungen 
für gescheitert und stellte beim Freistaat Bayern den Antrag auf Stilllegung der Altstadtbahn.
Die am Konsortium beteiligten Firmen und PRO BAHN rechnen nach diesem Etappenerfolg aber weiter mit einem noch jahrelangen Fortgang des Verfahrens, außer es kommt staatlichen und kommunalen Entscheidungsträgern doch noch die Einsicht, dass man hunderte von Fahrgästen nicht bequem mit dem Zug aus München, Rosenheim und Mühldorf anreisen lassen kann, um sie dann in überfüllten Bussen auf stauanfälligen Serpentinenstraßen in die Altstadt zu verfrachten wie bei Schienenersatzverkehr anderswo.

  

Prozess um Stadtbahn Wasserburg geht in die nächste Instanz

Nachdem das Verwaltungsgericht in München nach einer mündlichen Verhandlung am 1. Dezember 2016 zunächst die Klage des Betreiberkonsortiums gegen den Stilllegungsbescheid des bayerischen Innenministeriums abgewiesen hatte, wurde nach Zustellung des Urteils unverzüglich Revision beim bayerischen Verwaltungsgerichtshof eingelegt. Ein Hauptgrund für die Abweisung der Klage war die geänderte Rolle der RSE in den laufenden Verhandlungen mit der Stadt und dem anschließenden Klageverfahren, wo die RSE nach dem Wechsel in ihrer Geschäftsführung die Mitgliedschaft im BGB Betreiberkonsortium nur noch als "stilles" Mitglied weiterführte. Das Verwaltungsgericht sah dadurch eine maßgebende Änderung in der Zusammensetzung der BGB Gesellschaft, wodurch die Klagebefugnis verloren gegangen sei.
Zusätzlich zu dieser Thematik dürfte in der nächsten Instanz eine Rolle spielen, warum das Innenministerium sich hier grundsätzlich weigert, ohne Prüfung der sonst üblichen Voraussetzungen auf der Wasserburger Altstadtstrecke öffentlichen Nahverkehr zu bestellen, wodurch den Konsortialmitgliedern bei einer Übernahme eine zumindest teilweise Refinanzierung der Sanierungskosten aus Trasseneinnahmen von vornherein verwehrt wird. Ein Mitarbeiter des Ministeriums hatte in einem Vortrag in Wasserburg vor einigen Jahren diese Weigerung sinngemäß damit begründet, ÖPNV auf dieser Strecke würde den Etat der Bayerischen Eisenbahngesellschaft sprengen, während gleichzeitig anderswo neue Strecken mit dem mehrfachen Finanzbedarf der Wasserburger Altstadtbahn reaktiviert bzw. deren Reaktivierung in Auftrag gegeben wurden. Ob hier die Einflussnahme eines örtlichen international agierenden Großkonzerns auf die Politik und damit auf die Stilllegungsentscheidung der zuständige Eisenbahnaufsichtsbehörde eine Rolle spielen kann, gehört zu den ungelösten Fragen in diesem Verfahren.